20th Century Boys

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20th Century Boys
Originaltitel: 20世紀少年
20 seiki shōnen
Genre(s): Seinen, Science-Fiction
Manga
Mangaka: Urasawa Naoki
Bände: bisher 22
Erschienen: seit 1999


20th Century Boys (jap. 20世紀少年 20 seiki shōnen) ist eine Manga-Serie von Urasawa Naoki (unter anderem auch Monster), die erstmals 1999 erschien. Sie lässt sich dem Seinen-Genre zuordnen, richtet sich also hauptsächlich an Erwachsene.

Der Manga hat ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild. Teilweise wird in Kindheitserinnerungen geschwelgt und es wird das Alltagsleben in der Gegenwart dargestellt. Auf der anderen Seite finden sich blutige Anschläge und terroristische Aktivitäten sowie eine fanatische Sekte, die bis in alle Bereiche des öffentlichen Lebens vordringt.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Handlung

Während ihrer unbeschwerten Schulzeit entwerfen Kenji und seine Freunde ein Endzeitszenario, in dem die ganze Welt vernichtet wird. Sie denken sich Bakterienangriffe, Bombenattentate und Riesenroboter aus und spielen die Helden, die die Welt vor einer bösen Organisation retten. Jahrzehnte später kommt es zu Anschlägen in der ganzen Welt, die sich fest an das von ihnen entworfene Szenario halten. Ein geheimnisvoller und einflussreicher Sektenführer, der sich selbst der Freund nennt, scheint hinter den Anschlägen zu stecken. Kenji und seine Freunde versuchen, die Welt vor dem Freund zu retten und weitere Unglücke zu verhindern.

Der Manga spielt abwechselnd in unterschiedlichen Zeitsträngen, beispielsweise in Kenjis Kindheit in den 60er- und 70er-Jahren, 1997, zum Jahrtausendwechsel und in der Zukunft um 2014. Die Handlung wird an unterschiedlichen Stellen parallel weitergeführt wird und sich erst nach und nach ein Bild des großen Ganzen zusammensetzt.

[bearbeiten] Wer ist "der Freund"?

Die gesamte Handlung der Reihe lebt von der ins Epische ausufernden Frage, wer eigentlich der geheimnisvolle "Freund" ist. In Band 12 wird das Geheimnis (scheinbar) gelüftet als der "Freund" erschossen wird und hinter dessen Maske Fukube zum Vorschein kommt, ein Freund Kenjis, der allerdings im Jahre 2000 gestorben ist. Wie herauskommt, war dessen Tod nur inszeniert und er zog bis ins Jahr 2015 seine Fäden als "Freund".

Nach seinem Tode taucht jedoch eine weitere maskierte Gestalt auf, die vorgibt "Der Freund" zu sein. Urasawa wollte die Leser der Serie so stark auf die Folter spannen und auf die Probe stellen, dass er die Serie mit Band 22 beendete und die Frage, wer dieser "neue Freund" sei unbeantwortet liess. Im Jahre 2007 begann er jedoch ein Spin-Off zur Serie namens "21st Century Boys" in dem alle Fragen nach und nach geklärt wurden und das Rätsel gelöst wurde: Katsumata ist der "Freund" und hat wohl scheinbar gemeinsame Sache mit Fukube gemacht und dessen Platz nach seinem Tode eingenommen. Interessant ist dabei zu wissen, dass Kenji und seine Freunde seit der Kindheit davon ausgegangen sind, Katsumata sei bereits als Kind gestorben, was für den Leser, die Relevanz der Möglichkeit, er sei der "Freund" natürlich weit in den Hintergrund rücken liess.

[bearbeiten] Hintergründe

Die Serie wurde nach einem Lieblingslied von Urasawa benannt, dem gleichnamigen, 1973 erstveröffentlichten Lied der britischen Rockband T. Rex, die von Ende der 60er- bis in die 70er-Jahre populär war.

Die Idee zum Manga kam Urasawa bei einem Klassentreffen seiner Grundschulklasse, bei dem er seine früheren Mitschüler kaum erkannte. In einem Interview mit der japanischen Zeitschrift Tokyo Walker sagte er, die meisten Begebenheiten der Kindheit, die im Manga dargestellt wird, seien wie auch der Rest frei erfunden. Manche habe der Autor aber auch selbst erlebt; beispielsweise hat er in seiner Kindheit gemeinsam mit Freunden, wie auch die Kinder im Manga, eine Geheimbasis gebaut.

In 20th Century Boys gibt es Anspielungen auf Mangas, die die Hauptfiguren in ihrer Kindheit und Jugend gelesen haben. So verwechselt der erwachsene Otcho Takahashi Rumikos Manga Inu Yasha mit dem ungefähr zwanzig Jahre früher entstandenen Urusei Yatsura.

[bearbeiten] Veröffentlichungen

20th Century Boys erscheint in Japan seit 1999 im Manga-Magazin Big Comic Spirits, neben Serien wie Homunculus und Oishimbo. Der Shōgakukan-Verlag veröffentlichte 20th Century Boys auch in Form von bisher 22 Tankōbon. (Stand: Dezember 2006) Im April 2006 überraschte Urasawa seine Leser, indem er die Serie vorzeitig abbrach. Im Dezember desselben Jahres begann man mit der Veröffentlichung der „letzten Kapitel“ in Big Comic Spirits.

Der Manga wurde unter anderem ins Deutsche, Englische, Französische, Italienische, Spanische, Niederländische und Koreanische übersetzt. Die deutsche Veröffentlichung erfolgt durch Josef Shanel und Matthias Wissnet in dreimonatlichen Abständen bei Planet Manga, wo bisher 19 Bände erschienen sind. Nach dem Erscheinen von Band acht plante der Verlag ursprünglich, 20th Century Boys aufgrund schlechter Verkaufszahlen einzustellen, was zur selben Zeit eine Maßnahme war, die unter anderem bei den Mangas Saint Seiya, Banana Fish und Gantz erfolgte. Bei 20th Century Boys testete man vorher allerdings wegen Druck von Fans der Serie ein Print-on-Demand-Verfahren, das bei Band neun und zehn erfolgreich und ausschlaggebend für eine weitere Veröffentlichung war.

[bearbeiten] Erfolg und Auszeichnungen

Der Manga war Anfang der 2000er eine der erfolgreichsten Seinen-Manga-Serien in Japan. Die Tankōbon-Veröffentlichungen standen regelmäßig in der Rangliste der zehn wöchentlich und monatlich meistverkauften Mangas in Japan.

Urasawa erhielt für 20th Century Boys mehrere der wichtigsten japanischen Comicpreise. So gewann er 2001 den Kōdansha-Manga-Preis in der Kategorie Seinen, den Exzellenz-Preis beim Japanese Media Arts Festival 2002 und 2003 den Shōgakukan-Manga-Preis in der Hauptkategorie. Beim angesehenen, französischen Comicfestival in Angoulême gewann der Manga 2004 in der Kategorie Beste Serie und konnte sich gegen die weiteren Nominierten, darunter Donjon von Lewis Trondheim und Sambre von Yslaire, durchsetzen. Der Manga war 2006 in der Kategorie Bester Manga für den deutschen Max und Moritz-Preis nominiert, konnte sich aber nicht gegen Barfuß durch Hiroshima von Nakazawa Keiji durchsetzen.

[bearbeiten] Weblinks

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