Magical Girl

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Mittelpunkt des Magical Girl-Genres (jap. 魔法少女 mahō shōjo) ist stets ein junges Mädchen, in der Regel zwischen 8 bis etwa 13 Jahren, das, mit magischen Kräften ausgestattet, diverse Probleme in ihrer Umwelt zu lösen hat. In den meisten Serien bekommt die Heldin diese Zauberkräfte von einem magischen Wesen verliehen und kann sie durch einen bestimmten Gegenstand (z.B. ein Armband, einen Spiegel etc.) rufen. In manchen Serien ist sie allerdings schon von vornherein zu Magie fähig, da sie beispielsweise aus einem Zauberreich auf die Erde kommt.

Das erste Magical Girl schuf Akatsuka Fujio 1962 mit dem Manga Himitsu no Akko-chan, in dem sich die junge Akko mit Hilfe eines Zauberspiegels in alles mögliche verwandeln kann. Damit gilt diese Serie als "Mutter des Magical Girl-Genres". Richtig etablieren konnte sich dieses Genre allerdings erst im Anime-Bereich, als 1966 der Anime Mahōtsukai Sally (nach einem Manga von Yokoyama Mitsuteru) im japanischen Fernsehen mit enormem Erfolg ausgestrahlt wurde. Der Erfolg inspirierte den Produzenten Toei dazu, weitere Serien mit ähnlichem Inhalt zu produzieren; 1969 lief eine Anime-TV-Serie von Himitsu no Akko-chan an. Der Zauberspiegel von Akko wurde übrigens damals in Spielzeugform zum Kassenschlager und ebnete damit den Weg für alle möglichen Merchandising-Artikel, die heutzutage für jede Magical Girl-Serie unabdingbar sind.
Weitere wichtige Vertreter der frühen Jahre sind Mahōtsukai Chappy, Fushigi na Merumo-chan und Majokko Megu-chan. Auch Nagai Gos Cutey Honey wird von vielen Fachleuten zu diesem Genre gezählt.

Mitte der 70er Jahre liess das Interesse an dem Genre deutlich nach. Einen neuen Innovationsschub gab es erst 1983, als Studio Pierrot die TV-Serie Mahō no Tenshi Creamy Mami ins Rennen schickte. In dieser Serie bestand die Zauberkraft der ca. 9 Jahre alten Heldin in erster Linie darin, dass sie sich in ein 16jähriges Mädchen verwandeln konnte und ihr Hauptziel war es, in der Form ein bekanntes Idol zu werden. Ausserdem stellte man ihr zwei Sidekicks zur Seite, in Form zweier ausserirdischer Kätzchen. Die Popularität des Titels sorgte für eine kurzzeitige Renaissance des Genres, in der die Serien Mahō no Star Magical Emi, Mahō no Yōsei Persia und Hime-chan no Ribbon entstanden.

Anfang der 90er Jahre war das Motiv des Magical Girl fast völlig wieder in der Versenkung verschwunden, als es durch eine Neuschöpfung wiederbelebt wurde. Auslöser war Bishōjo Senshi Sailor Moon 1992, wo das Stilmittel sich verwandelnder Mädchen mit magischen Kräften mit dem Genre der Sentai-Serien verbunden wurde. Zu dieser Zeit wandelte sich der Kampf des magischen Mädchens von persönlichen Problemen hin zum Kampf um die Menschheit, dem Urkonflikt von Gut gegen Böse, den man bei den ursprünglichen Magical Girl-Serien noch völlig vermisst. Ähnliche Serien wie Wedding Peach nahmen das neue Genre auf und verhalfen ihm zum Erfolg.

Mittlerweile werden auch wieder die klassischen Magical Girl-Formate aufgegriffen, so etwa in Mahō no Stage Fancy Lala, Full Moon wo Sagashite oder einer Neuauflage von Himitsu no Akko-chan. Vermehrt setzt man aber auf Mischformen wie Ojamajo Doremi, Kamikaze Kaitō Jeanne, Tokyo Mew Mew oder Card Captor Sakura, die das Genre mit immer neuem Leben erfüllen.

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