Shintoismus
Aus Aniki
Der Shintoismus (auch: Schintoismus) ist neben dem Buddhismus eine der zwei hauptsächlichen Religionen Japans. Im Gegensatz zu diesem ist er einheimischen Ursprungs.
Er lehrt die Existenz von unzähligen "kleinen Göttern", den kami und mikokami, die alle sehr spezialisierte Aufgaben haben oder ganz bestimmte Orte oder Eigenschaften symbolisieren. Als "Muttergottheit" wird Amaterasu, Verkörperung der Sonne, die höchste Verehrung entgegengebracht, doch quasi jeder größere Berg, jeder Fluss und jede Stadt hat eine Schutzgottheit. Weitere Gottheiten symbolisieren Tugenden (so ist z.B. Ebisu das kami der ehrlichen Arbeit), Wetterphänomene oder besondere historische Daten. In früherer Zeit (vor dem Zweiten Weltkrieg) galt auch die kaiserliche Familie als göttlichen Ursprungs, mit Amaterasu in ihrer Ahnenreihe, doch diesen Anspruch führt der Tenno seit der Niederlage im 2. Weltkrieg nicht mehr öffentlich, auch wenn in vielen japanischen Familien immer noch dem Kaiser Gebete gewidmet werden.
Heilige Schriften im eigentlichen Sinne kennt der Shintoismus nicht, die beiden altjapanischen halb-mythologischen Geschichtsbücher Kojiki und Nihonshoki, beide aus dem 7.-8. christlichen Jahrhundert, spielen aber eine große Rolle. Im Kojiki findet man etwa die Geschichte des im Bild zu erkennenden Hasengottes.
Auch die eigenen Familienvorfahren werden im Shintoismus verehrt, und man glaubt daran, daß diese die Taten ihrer Nachkommen anleiten, weshalb die meisten traditionellen japanischen Haushalte einen Familienschrein haben, an welchem der Vorfahren gedacht wird. Ausgenommen sind gläubige Buddhisten, die aber dann oft ein "Buddha-Regal" haben, dass dem gleichen Zweck dient.
Verehrungszentren sind die Großschreine von Ise oder Izumo sowie unzählige kleinere Schreine in ganz Japan. Shintoistische religiöse Stätten werden als auf Deutsch als "Schreine" bezeichnet, buddhistische dagegen als "Tempel". Schreine sind nicht unbedingt Gebäude, sondern oft bloße mit den typischen rohen Stricken und freistehenden Toren markierten Objekte oder Gebiete. Die Gebäude eines Schreins, wenn es welche gibt, werden von den Gläubigen normalerweise nicht betreten.
Shintoismus und japanischer Buddhismus haben sich viele Jahrhunderte lang gegenseitig beeinflusst und teilweise durchdrungen, aber auch immer mal wieder ihre Unabhängigkeit voneinander herausgestellt. Gleichzusetzen sind sie im heutigen Japan eindeutig nicht.
Klassisch Gläubige Shintoisten gibt es heute im Gegensatz zu den Buddhisten nicht mehr sehr viele, die meisten Japaner nehmen aber ein paarmal im Jahr an traditionellen shintoistischen Feiern teil. Auch Gebete zu Alltagsangelegenheiten (etwa um gute Schulnoten, eine gute Arbeitsstelle...) werden eher an Shinto-Schreinen gebetet, während alles was mit dem Tod zu tun hat eher in den Bereich des Buddhismus fällt, da der Tod im Shintoismus extrem tabuisiert ist.
Siehe auch: Shinto, Japanische_Götter

